Geologie & Natur in Mitteldeutschland

Prof. Dr. Arnold Müller - Geologe / Paläontologe
Teufelsmauer

27.06.2018 - 27.06.2018 | Alle Veranstaltungen

Pilzvortrag im Naturkundemuseum Leipzig

Am 27. Juni bin ich mit einem Vortrag zum Thema "Pilze und Pflanzen in Interaktion - Mykorrhizen mit Schwerpunkt Orchideen" im Naturkundemuseum Leipzig (Fachgruppe Mykologie) unterwegs.

Seit die Pflanzen im Ordovizium an Land gingen, gingen sie eine enge Verbindung mit Pilzen ein. Die sogenannte arbuskuläre Mykorrhiza ist vermutlich die älteste Mykorrhiza-Variante und entstand mit dem ordovizischen Landgang der Pflanzen. Später kamen andere Mykorrhiza-Varianten hinzu. Heute ist ein mitteleuropäischer Wald ohne Ektomykorrhiza-Verbindungen von Pilzen und Bäumen/Sträuchern kaum vorstellbar. Die Orchideen als eine der geologisch jüngsten und artenreichsten Pflanzenfamilien wären ohne spezielle Beziehungen zu Pilzen kaum überlebensfähig, eine Folge einer besonderen Lebensstrategie. Orchideen bilden großer Mengen von sehr kleinen Samen aus, welche dem Keimling keine gespeicherte Reserve mit auf den Weg geben. Hier verlassen sie sich ganz auf ihre Pilzpartner, die die Keimlinge versorgen. Oft reicht ein temporäres Zusammenspiel in der Keimphase, manchmal ist es aber lebenslang. Dann können Orchideen sogar auf Assimilation und Chlorophyll verzichten.

Das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) gehört zu den seltenen heimischen Orchideen.

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