Geologie & Natur in Mitteldeutschland

Prof. Dr. Arnold Müller - Geologe / Paläontologe
Teufelsmauer

Geopfade

Stele 14Stele 8
Stelen 14 und 8 des Geopfades Espenhain. Die Stelen wurden aus Spezialbeton gegossen und enthalten eine etwas vertiefte Fassung für die Themenposter und die Schutzschicht.

Der Braunkohlenbergbau basiert auf der besonderen geologischen Geschichte der mitteldeutschen Region. Nur im Spannungsfeld zwischen Land und Meer konnten im Tertiär so umfangreiche Moore gedeihen, dass genügend Torf für die Entstehung großflächig verbreiteter Braunkohlenflöze zur Verfügung stand. Braunkohlentagebaue öffneten großartige geologische Aufschlüsse. Über Jahrzehnte war die Erforschung des Tertiärs und Quartärs daher unter besten Bedingungen möglich - so auch im Leipziger Südraum. Im Zuge der Flutung der Tagebaurestlöcher im Süden von Leipzig gingen die geologischen Aufschlüsse und damit die direkte Anschauung geologischer Zusammenhänge im steigenden Wasserspiegel bis auf wenige Reste unter.

Vor einigen Jahren wurde ein Projekt auf die Beine gestellt, welches vor allem die geologischen Aspekte des Bergbaus für ein breites Publikum visualisieren sollte. Der "Verein Erdwissenschaft im Südraum Leipzig" e.V regte die Entwicklung eines Geopfades an, die Kommunen Markkleeberg und Großpösna engagierten sich dafür und die Autoren (Prof. A. Müller, Universität Leipzig und Dr. G. Standke, LFUG Freiberg) erarbeiteten die fachlichen Inhalte, die vom Grafikbüro giDesign Leipzig in ein anspruchsvolles gestalterisches Konzept umgesetzt wurden. 16 Stelen sind entlang des Geopfads am Markkleeberger und am Störmthaler See aufgestellt worden. An zwei illustrierten geologischen Fenstern ist sogar noch ein Stück Originalprofil zu sehen.

Das Projekt gilt inzwischen als gelungenes Referenzprojekt für ähnliche Vorhaben. Eine Art geologischer Exkursionsführer soll in Zukunft die Stelen thematisch verknüpfen und weitere Hintergrundinformationen liefern.