Geologie & Natur in Mitteldeutschland

Prof. Dr. Arnold Müller - Geologe / Paläontologe
Teufelsmauer

Übersicht Aktuelles

Rückschau März-April 2020

1. Märzspaziergang auf dem Rödel bei Freyburg/Unstrut

Der Winter war mild und auch einigermaßen feucht - eigentlich gute Voraussetzungen für den Start in eine interessante Frühjahrssaison bei den Pilzen. Ein Ausflug auf das Rödelplateau bei Freyburg/Unstrut am 17. März brachte dann auch einige hübsche Becherlorcheln (Helvella leucomelaena) unter Kiefern auf flachgründigem Muschelkalkboden und auf Kiefernzapfen gab es  Kiefernzapfenrüblinge. Auf den überwinterten Pferdeäpfeln der Koniks waren stellenweise große Mengen der Punktierten Porenscheibe (Poronia punctata) zu sehen, kleine Pilze mit besonderer Geschichte.

Nach diesem hoffnungsfrohen Anfang im März war schnell Schluss mit den Pilzen - aus zwei Gründen: beginnende Dürre und das Corona-Virus. Bereits Mitte April war es so trocken und nachts oft auch so kalt, dass die jungen Morcheln stagnierten und nicht voran kamen. Außerdem wurde durch die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie der Aktionsradius stark eingeschränkt. Bei einem Besuch der Umgebung von Hirschroda (Saale-Unstrut-Triasland) wurden wir mit unserer Leipziger Autonummer Mitte April sogar übel angemault. Die für den 18.04. geplante offizielle Pilzexkursion nach Amsdorf musste abgesagt werden. Während sich die Menschenmassen in Leipzig im südlichen Auwald, in den Parks und am Elsterflutbett drängten, war die weitere Umgebung praktisch menschenleer und gesünder, sollte aber nicht aufgesucht werden können. Welch ein Nonsens! Die Dürre hat nun  dafür gesorgt, dass Pilze kaum noch zu beobachten sind. Nachfolgend einige Bilder vom Märzspaziergang auf dem Rödel.

 

Helvella 1 Helvella 2

Becherlorchel (Helvella leucomelaena) aus einer lichten Kiefernparzelle auf Muschelkalk.

Poronia Kiefernzapfenrübling

Punktierte Porenscheibe (Poronia punctata) auf vorjährigen Pferdeäpfeln der Koniks sowie Kiefernzapfenrüblinge (Strobilurus stephanocystis) auf einem alten Kiefernzapfen.

2. Aprilwanderung im Jenaer Forst

Am 26. April war ich mit meinem Freund Thomas im Jenaer Forst unterweges. Nachdem es dort einige Tage zuvor mal etwas geregnet hatte, sahen wir dort noch am ehesten Chancen auf Pilze. Im Jahr zuvor hatte ich bei Coppanz einen Massenaspekt von Verpeln angetroffen, so dass wir und zunächst dahin begaben. An der Stelle war diesmal nicht ein einziger Pilz. Also zogen wir weiter in Richtung Schottplatz/altes Truppenübungsgelände. Auch an der Stelle, die letztes Jahr große Sptzmorcheln bereit hielt, dieses Jahr nicht ein Pilz. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Coppanz und fuhren zurück mit erstem Halt bei Vollradisroda. Dort war tatsächlich eine einzige Morchel zu finden, die nach ihrer grobwabigen Hutstruktur als Morchella vulgaris interpretiert wurde. Wir sind dann weiter zum Nerkewitzer Grund gefahren und haben dort noch eine einzige Käppchenmorchel entdeckt. Beide Morcheln übrigens hart und trocken. Man hätte sie gleich unbehandelt zu den Trockenpilzen geben können. Soweit also zur Frühjahrssaison. Jetzt hat es ja etwas geregnet, aber so wenig, dass die Dürre kaum gelindert wird. Damit bestehen auch für den Mai nur geringe Aussichten auf Pilze.

Die Ausgangsbeschränkungen werden ja nun schrittweise gelockert und man kann wieder in die Umgebung hinaus. Jetzt fehlt nur noch der Regen.

Speisemorchel-Art (Morchella cf. vulgaris) aus dem Wald bei Vollradisroda und stark verkrüppelte ("gefriergetrocknete") Käppchen-Morchel (Morchella semilibera) aus dem Nerkewitzer Grund.

Kontakt aufnehmen